Ist Allah barmherzig und gnädig?

Schon im allerersten Satz des Korans lese ich vom barmherzigen und gnädigen Gott (Sure 1, Vers 1). Wenn ich mir überlege, was ich bisher über den Islam bzw. den Koran gehört habe, erstaunt mich das. Ich habe daher im Koran geschmökert, um herauszufinden, wie es sich damit verhält. Meine Lust, mehr als ein paar Verse zu lesen, hält sich dabei allerdings in Grenzen, weil der Koran mindestens ebenso mühsam zu lesen ist wie die Bibel. Ich will nicht ausschliessen, dass er im Original besser ist, aber angesichts der vielen Wiederholungen, die er (wie die Bibel) enthält, bezweifle ich das – und es ist nicht mein Problem, wenn keine gute Übersetzung gibt. Allah könnte doch dafür sorgen – oder gleich alle Menschen mit perfekten Arabisch-Kenntnissen ausrüsten. Wieso er das wohl nicht tut?

Wie auch immer. Für Leute, die nicht an Allah glauben, wäre es eigentlich besonders wichtig, den Koran zu lesen. Sonst erfahren sie nämlich gar nicht, dass sie dafür dereinst schwer bestraft werden (Sure 3, Vers 4) bzw. dass sie im Höllenfeuer brennen werden (3, 10; 5, 10; 5, 86 – und das sind bestimmt nicht die einzigen Stellen, wo diese Drohung quasi wortwörtlich wiederholt wird). Von Gnade bzw. Barmherzigkeit gegenüber Ungläubigen kann also keine Rede sein. Ist Allah also (wenn überhaupt) nur Musliminnen gegenüber gnädig und barmherzig? Aber davon stand doch gar nichts in ersten Vers.

Auch gar nicht ratsam ist es gegen Allah oder seinen Gesandten Krieg zu führen – denn Menschen die das tun, sollen umgebracht, gekreuzigt, Hand und Fuss abgehauen oder verstossen werden (5, 33). Allerdings weiss ich nicht, wie man gegen einen Gott überhaupt Krieg führen könnte. Und Mohammed ist ja schon vor langer Zeit gestorben, so dass sich das eh erledigt hat.

Habe ich zunächst noch vermutet, Allah könnte gegenüber Musliminnen gnädig bzw. barmherzig sein, hat sich das in Sure 4 Vers 34 erledigt: Männer dürfen ihre Frauen schlagen. Noch schlechter geht es Diebinnen und Dieben (interessanterweise werden ausdrücklich beide Geschlechter genannt – es gibt also doch Gleichberechtigung im Koran): Denen soll die Hand abgehackt werden (5, 38). Zugegebenermassen war das zur damaligen Zeit wohl einfach üblich – auch ausserhalb des Islam; aber wenn man ein gnädiger und barmherziger Gott sein will, ist das halt ein No-Go. Ich meine, kann der allmächtige Gott das Stehlen nicht einfach verbieten und dieses Verbot dann auch durchsetzen? Er ist doch allmächtig, oder etwa nicht?

Speziell erwähnt werden ehemalige Muslime, die sich von Allah abgewandt haben: Sie haben eine gewaltige Strafe zu erwarten (16, 106). Anders als „normale“ Ungläubige, die nur schwer bestraft werden (siehe oben) werden ehemals muslimische Ungläubige also gewaltig bestraft. Von Glaubensfreiheit hält Allah offensichtlich nichts.

Abschliessend muss ich sagen: Ich verstehe auch diese „heilige“ Schrift nicht. Da preist der Koran Gott einleitend als gnädig und barmherzig an und dann liest man ein bisschen weiter und entdeckt schon nach kürzester Zeit Taten bzw. Vorschriften die sowas von gar nicht gnädig und barmherzig sind. Schätze der Islam wird also auch nicht meine Lieblingsreligion.

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