Mag Gott Sklaverei?

Die Bibel regelt Sklaverei recht detailliert – ohne irgendwo ein Verbot zu enthalten.

Exodus 21 lässt sich etwa wie folgt zusammenfassen:

Kauft man einen hebräischen Sklaven, bleibt er einem 6 Jahre – im 7. Jahr muss man ihn freilassen. Hatte er vorher schon eine Frau, wird die ebenfalls freigelassen. Sonst werden Frau und Kinder nicht freigelassen. Allerdings darf der Sklave sich bereit erklären, auf ewig Sklave zu bleiben, um bei Frau und Kindern zu bleiben. Wie nett.

„Wenn einer seine Tochter als Sklavin verkauft hat“. Moment mal: Väter können ihre Töchter verkaufen!? Jedenfalls werden Sklavinnen nicht nach 6 Jahren freigelassen. Hat der Eigentümer sie für sich selbst bestimmt – also als Sexsklavin – darf er sie nicht weiterverkaufen (ebenso wenn er sie für seinen Sohn bestimmt hat). Nimmt er sich noch eine andere Frau (er darf also mehrere Frauen haben!?), darf er sie in Nahrung, Kleidung und Beischlaf nicht benachteiligen. Wie aufmerksam, die Sklavin kriegt also gleich viel Sex wie die anderen Sklavinnen bzw. Frauen. Wieso bezweifle ich bloss, dass sie gefragt, ob sie überhaupt Sex will? Ach ja, weil sie eine Sklavin ist.

Wer „seinen Sklaven oder seine Sklavin mit dem Stock so schlägt, dass er [oder sie] unter seiner Hand stirbt“, wird mit dem Tod bestraft. Bleibt der Sklave bzw. die Sklavin noch einen oder zwei Tage am Leben, wird der Täter nicht bestraft (er hat ja letztlich nur Geld verloren, wenn er einen neuen Sklaven kaufen muss). Wer seinem Sklaven oder seiner Sklavin ein Auge oder einen Zahn ausschlägt, soll ihn oder sie freilassen (normalerweise gilt „Auge um Auge, Zahn um Zahn“).

Sodann bestimmt Levitikus 24, 44 ff.:

„Sklaven und Sklavinnen […] kauft von den Völkern, die rings um euch wohnen […] und von den Kindern der Halbbürger, die bei euch leben […]   und ihr dürft sie euren Söhnen vererben, damit diese sie als dauerndes Eigentum besitzen […]“.

Die Bibel erlaubt es Juden also, Sklaven zu halten und sie an ihre Söhne zu vererben. Wie ist es aber eigentlich im neuen Testament geregelt? Jesus war doch sicher gegen Sklaverei, oder? Nein, das war er nicht. Gemäss Bibel sagte er, er sei nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben „auch nicht der kleinste Buchstabe“ wird vergehen (Mt 5,17). Das neue Testament bestimmt zudem: „Ihr Sklaven, ordnet euch […] euren Herren unter, […] auch den launenhaften“ (1 Petr 2,18).

Wie schwer wäre es denn für Gott gewesen ein 11. Gebot zu diktieren so im Sinne von „Du sollst keine Sklaven haben.“ oder wenigstens „Du sollst auch deine Sklavinnen und Sklaven nicht töten – gar nicht, auch nicht wenn sie noch 1-2 Tage leben, nachdem du sie geschlagen hast!“? Oder er hätte ja auch ein anderes überlfüssiges Gebot – genügend davon gibt es ja – durch das Sklavereiverbotsgebot ersetzen können. Oder Jesus hätte doch mal beiläufig sagen können: „Mir ist da übrigens ein kleiner Fehler unterlaufen, als ich die Rechtsvorschriften diktiert habe: Ihr sollt gar keine Sklaven halten.“ So einfach.

Keine Ahnung, wieso die Sklaverei in einigen (christlichen) Ländern trotzdem erst über tausend Jahre nach Entstehung des Christentums abgeschafft worden ist – in den USA z.B. im Jahr 1865. (Als letztes Land hat scheinbar Mauretanien die Sklaverei verboten – im Jahr 1981.)

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